Lufthansa wird ihre gesamte Flotte von acht Airbus A380 bis Mitte 2027 mit neuen Business-Class-Kabinen nachrüsten und bekräftigt damit ihr Bekenntnis zu den Superjumbo-Flugzeugen trotz ursprünglicher Pläne, diese auszumustern. Das Upgrade erstreckt sich nicht auf die First Class, Premium Economy oder Economy, für diese Kabinen sind jedoch kleinere Verbesserungen wie eine verbesserte Bordunterhaltung geplant.

Ein Strategiewechsel

Die Fluggesellschaft stellte ihre A380-Flotte während der Pandemie zunächst am Boden und beabsichtigte, die Flugzeuge endgültig auszumustern, sofern die Nachfrage nicht unerwartet ansteigt. Eine starke Erholung im transatlantischen Freizeitverkehr veranlasste Lufthansa jedoch, die Flugzeuge ab 2023 wieder zu aktivieren. Die Entscheidung, in Business-Class-Kabinen zu investieren, unterstreicht einen langfristigen Strategiewechsel, da die Zukunft des A380 zuvor ungewiss war.

Sitzplatzauswahl und Kapazitätsänderungen

Lufthansa hat sich anstelle des mit Spannung erwarteten Allegris-Sitzes für den Business-Class-Sitz Thompson Aero Vantage XL entschieden – eine vorzertifizierte, gestaffelte Konfiguration. Diese Entscheidung vermeidet regulatorische Verzögerungen, die die Einführung der Allegris-Kabine beeinträchtigt haben. Jeder Sitzplatz bietet direkten Zugang zum Gang, eine Breite von 58 cm und eine Mindestbettlänge von zwei Metern sowie Bluetooth-Konnektivität und verstellbare Trennwände. Durch die Nachrüstung wird die Kapazität der Business Class um zehn Sitze von 78 auf 68 reduziert, während die bestehenden Konfigurationen für andere Kabinen beibehalten werden.

Warum nicht Allegris?

Die Entscheidung, die Allegris-Installation zu überspringen, erscheint praktisch. Lufthansa hatte Schwierigkeiten bei der Zertifizierung ihrer neuen Allegris-Business-Class-Sitze, was zu Verzögerungen bei der Bereitstellung in ihrer gesamten Flotte führte. Eine Standardlösung umgeht diese Probleme und ermöglicht eine schnellere Implementierung. Das schmalere Oberdeck des A380 könnte die Integration des Allegris-Designs zusätzlich erschwert haben.

Zeitleiste für die Nachrüstung

Der erste A380 (Registrierung D-AIMC) wird im Februar 2026 in den Retrofit-Prozess eintreten, die Indienststellung ist für April 2026 geplant. Alle acht Flugzeuge werden bis Mitte 2027 umkonfiguriert.

Lufthansa-Hubmanager für München, Heiko Reitz, erklärte: „Die Nachrüstung unterstreicht unser Engagement für ein Top-Flugerlebnis auf dem bei unseren Kunden so beliebten Langstreckenflugzeug.“

Der Ansatz der Fluggesellschaft zur Kabinenmodernisierung bleibt inkonsistent und sieht einen komplexen zweiteiligen Neukonfigurationsplan für ihre Boeing 747-8-Flotte vor. Das A380-Upgrade stellt jedoch einen klaren Fortschritt in Bezug auf Passagierkomfort und Servicequalität dar.

**Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Entscheidung von Lufthansa, ihre A380-Business-Class-Kabinen zu modernisieren, eine pragmatische Reaktion auf die Marktnachfrage und regulatorische Herausforderungen darstellt. Durch die Priorisierung von Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit gegenüber maßgeschneidertem Design gewährleistet die Fluggesellschaft einen schnelleren Weg zu einem verbesserten Passagiererlebnis auf ihrer legendären Superjumbo-Flotte.