Das Carambola Beach Resort auf St. Croix, das lange Zeit als eines der am meisten vernachlässigten Hotels im Marriott-Portfolio galt, steht endlich vor einer umfassenden Renovierung. Ein 50-Millionen-Dollar-Sanierungsplan, der durch die örtliche Gesetzgebung stark subventioniert wird, soll das notleidende Resort bis zum Sommer schließen lassen. Die Geschichte hinter Carambola ist nicht nur eine Geschichte schlechter Wartung; Es ist eine warnende Geschichte über finanzielles Missmanagement und fragwürdige öffentliche Investitionen.
Eine Geschichte des Missmanagements
Der Niedergang von Carambola begann, als der Pensionsfonds der Regierung der US-amerikanischen Jungferninseln während der Finanzkrise 2008 15 Millionen US-Dollar in das Resort investierte. Eine Prüfung durch den Generalinspekteur der Jungferninseln ergab später, dass diese Vereinbarung illegal war. Für Renovierungsarbeiten, die den Marriott Renaissance-Standards entsprechen sollten, wurden 6,8 Millionen US-Dollar bereitgestellt, doch das Hotel geriet letztendlich in Verzug. Anstatt die Verluste zu reduzieren, senkte der Pensionsfonds die Zinssätze, übernahm die volle Verantwortung und absorbierte zusätzliche 12 Millionen US-Dollar an ungeklärten Verbindlichkeiten.
Bei der Prüfung wurden Hinweise auf grobes finanzielles Missmanagement aufgedeckt, darunter Zahlungen für nicht vorhandene Arbeiten und fehlende Aufzeichnungen über Überweisungen in Höhe von 7,6 Millionen US-Dollar. Trotz dieser Probleme betrieb Marriott das Anwesen weiterhin ohne Markenzeichen, nachdem es aufgrund seines sich verschlechternden Zustands die Renaissance-Flagge eingezogen hatte.
Eine scheiternde Immobilie, die durch falsche Versprechen gestützt wird
Jahrelang warb Marriott fälschlicherweise mit „Renovierungsarbeiten im Gange“ und versprach seinen Gästen eine Rückkehr zu Renaissance-Standards, während Elite-Mitglieder von Bonvoy weiterhin Vorteile in dem scheiternden Resort erhielten. In Wirklichkeit war Carambola weiterhin in einem desolaten Zustand: Gäste berichteten von schmutzigem Zustand, kaputten Annehmlichkeiten, Schädlingsbefall und einem vernachlässigten hellgrünen Pool. Das Hotel kassierte außerdem hohe Versicherungszahlungen, ohne in die Immobilie zu reinvestieren, was seinen Niedergang noch verschärfte.
Gesetzgeberische Intervention und eine neue Zukunft
Die bevorstehende Sanierung wird durch Bill 36-0259, eine Änderung des Hotel Development Act, vorangetrieben. Diese Gesetzgebung erlaubt Entwicklern, Hotelsteuern als Mittel zur Amortisierung von Investitionen über 25 Millionen US-Dollar einzubehalten, sofern sie die Zimmerkapazität um mindestens 25 % erweitern. Die Finanzierung kommt von einer namentlich nicht genannten „großen internationalen Hotelkette mit Niederlassungen in Europa und Kanada“, was darauf hindeutet, dass Carambola möglicherweise nicht unter der Flagge von Marriott zurückkehren wird.
Trotz der bevorstehenden Schließung akzeptiert Marriott weiterhin Buchungen über seine Website, sodass Reisende dem Risiko einer minderwertigen Erfahrung ausgesetzt sind. Obwohl die Sanierung sicherer zu sein scheint als frühere gescheiterte Versprechen, bleibt sie bis zum Abschluss des Deals unbestätigt.
Der Fall Carambola verdeutlicht die Risiken unkontrollierter öffentlicher Investitionen in scheiternde Privatunternehmen. Es unterstreicht auch die ethischen Probleme, die sich aus der Weiterführung einer stark minderwertigen Immobilie ergeben, während Sanierungspläne laufen.
