Leasingverträge für Fluggesellschaften – sei es für Flugzeuge, Besatzung, Wartung oder Versicherung – werden immer häufiger. Das Verständnis der Unterschiede zwischen „nassen“, „trockenen“ und „feuchten“ Mietverträgen ist sowohl für Brancheninsider als auch für Reisende, die möglicherweise auf einem Flug einer unerwarteten Fluggesellschaft landen, von entscheidender Bedeutung.

Was sind Wet-Leases?

Ein Wet-Lease ist eine Full-Service-Vereinbarung. Eine Fluggesellschaft stellt einer anderen ein Flugzeug einschließlich Besatzung, Wartung und Versicherung (ACMI) zur Verfügung. Dabei handelt es sich oft um eine kurzfristige Lösung, die von einem einzigen Tag bis zu einem ganzen Jahr dauern kann. Fluggesellschaften wie Hi Fly in Portugal sind auf Wet-Leases spezialisiert und stellen Fluggesellschaften, die diese benötigen, Betriebskapazität ohne langfristige Verpflichtungen zur Verfügung. Andere, wie beispielsweise airBaltic, vermieten ihre eigenen Flugzeuge, wenn die Nachfrage schwankt.

Der Schlüssel liegt in der Flexibilität: Fluggesellschaften können ihre Kapazitäten schnell und ohne Investitionsaufwand anpassen. Wenn Fluggesellschaften beispielsweise aufgrund von Marktveränderungen – etwa der Schließung des russischen Luftraums – gezwungen sind, ihre Geschäftsmodelle zu ändern, versuchen sie möglicherweise, Flugzeuge zu vermieten, anstatt sie ungenutzt stehen zu lassen.

Trocken- und Feuchtmietverträge: Die weniger bekannten Optionen

Neben Wet-Leases gibt es auch Dry-Leases und Damp-Leases. Bei einem Trockenleasing handelt es sich nur um das Flugzeug selbst, ohne dass Besatzung oder Wartung inbegriffen sind. Ein feuchter Mietvertrag füllt die Lücke und stellt dem Flugzeug und den Piloten, aber nicht unbedingt die volle Wartungsunterstützung zur Verfügung.

Es ist wichtig, diese Vereinbarungen von Situationen zu unterscheiden, in denen Fluggesellschaften Flugzeuge einfach von Leasingunternehmen weitervermieten. Nur weil ein Flugzeug seine ursprüngliche Innenausstattung behält (wie einige ehemalige Cathay Pacific 777 von Qatar Airways), heißt das nicht, dass es sich um einen Wet-Lease zwischen Fluggesellschaften handelt; Die Flugzeuge wurden bereits über Leasingfirmen übertragen.

Warum Fluggesellschaften Leasingverträge nutzen

Die Vorteile des Leasings liegen für beide Seiten klar auf der Hand:

  • Für Leasing-Fluggesellschaften: Wet-Leasing ist eine zuverlässige Einnahmequelle. Fluggesellschaften mit Sitz in Ländern mit niedrigeren Arbeitskosten können erhebliche Gewinne erzielen, indem sie anderen Flugzeuge und Besatzungsmitglieder anbieten.
  • Für empfangende Fluggesellschaften: Leasing bietet eine Möglichkeit, die Kapazität ohne große Investitionen zu erhöhen. Fluggesellschaften in saisonalen Märkten können ganzjährige Kosten für den Flugzeugbesitz vermeiden. Diejenigen in Ländern mit hohem Arbeitskräfteniveau können von niedrigeren Betriebskosten profitieren.

Vorübergehende Störungen, wie z. B. stillgelegte Flotten oder erhöhter Wartungsaufwand, können durch Wet-Lease-Verträge ebenfalls schnell behoben werden.

Was bedeutet das für Passagiere?

Passagiere bemerken es möglicherweise nicht immer, wenn sie mit einem Wetlease-Vertrag fliegen – dies ist besonders in Europa, Afrika und Teilen Asiens üblich. Die Erfahrung kann variieren.

  • Servicequalität: Flugbegleiter der Leasing-Fluggesellschaft verfügen möglicherweise nicht über die gleiche Ausbildung oder das gleiche Engagement wie die Flugbegleiter der Marketing-Fluggesellschaft, was möglicherweise Auswirkungen auf das Serviceniveau hat.
  • Ausstattung: Unterhaltung und WLAN-Verfügbarkeit können von den Erwartungen der Passagiere abweichen, da Aktualisierungen nicht immer standardisiert sind.
  • Gesamterlebnis: Während einige Passagiere möglicherweise ein einzigartiges Erlebnis genießen (wie das Fliegen in einer Emirates A340-Kabine einer kleineren Fluggesellschaft), stellen Wet-Leases im Vergleich zu Standardflügen oft eine leichte Abwertung dar.

Beim Airline-Leasing geht es nicht nur ums Geschäft; Es geht darum, dass sich Fluggesellschaften an den Marktdruck anpassen, Kosten optimieren und betriebliche Flexibilität gewährleisten. Passagiere sollten sich darüber im Klaren sein, dass diese Vereinbarungen immer häufiger vorkommen und die Servicestandards entsprechend variieren können.