Die Luxuskreuzfahrtbranche folgt seit langem einem bestimmten, vorhersehbaren Rhythmus: hohe Vorabpreise, die einen „All-Inclusive“-Lebensstil versprechen, bei dem Mahlzeiten und Getränke im Preis enthalten sind, um ein nahtloses, reibungsloses Erlebnis zu schaffen. Während sich Four Seasons Yachts jedoch auf sein Debüt vorbereitet, stört der Hotelgigant diese Konvention absichtlich mit einem Preismodell, das eher an ein High-End-Hotel als an eine traditionelle Kreuzfahrtlinie erinnert.

Durch die Entkoppelung der Unterbringung vom Essen und die Abkehr von der Preisgestaltung pro Gast signalisiert Four Seasons, dass es nicht nur mit anderen Kreuzfahrtlinien konkurriert, sondern auch eine Zielgruppe anspricht, die möglicherweise noch nie an Kreuzfahrten gedacht hat.

Eine Abkehr von Branchennormen

Während die meisten Luxuskreuzfahrtlinien darauf abzielen, „Nickel-and-Diming“ zu minimieren, indem sie fast alles in den Grundpreis einbeziehen, verfolgt Four Seasons beim Verbrauch an Bord einen A-la-carte-Ansatz.

Die im Reisepreis enthaltenen Leistungen sind unterschiedlich aufgeteilt:
Inbegriffen: Unterkunft, Frühstück, alkoholfreie Getränke, leichte Snacks und Trinkgelder.
Nicht inbegriffen: Mittagessen, Abendessen und alkoholische Getränke.

Während dies bei traditionellen Kreuzfahrtschiffen, die ein „schwimmendes Resort“-Erlebnis erwarten, zunächst für Stirnrunzeln sorgen mag, gibt es einen logischen Grund für diese Strategie. Viele Reisende von Four Seasons sind an die landbasierten Hotels der Marke gewöhnt, in denen das Essen ein erstklassiges, eigenständiges Erlebnis ist. Darüber hinaus sind die Reiserouten des Schiffes so gestaltet, dass das Eintauchen in das Ziel im Vordergrund steht. Im Gegensatz zu riesigen Kreuzfahrtschiffen, die an stark befahrenen Terminals anlegen, plant Four Seasons den Einsatz von Ausschreibungen (mit kleineren Booten, um Gäste an Land zu befördern), wobei die Gäste oft während der Mittags- und Abendessenzeiten in Häfen untergebracht werden, wenn sie eher vor Ort als an Bord speisen.

Die Logik „Pro Suite“ vs. „Pro Person“.

In einer zweiten großen Abweichung von den Branchenstandards berechnet Four Seasons seine Reisen nicht pro Gast. Stattdessen verwenden sie ein Preismodell pro Suite, ähnlich wie ein Luxushotel.

In der Kreuzfahrtwelt werden die Preise typischerweise auf der Grundlage einer Doppelbelegung pro Person berechnet. Bei Four Seasons bleiben die Kosten gleich, unabhängig davon, ob Sie eine einzelne Suite belegen oder diese bis zur maximalen Kapazität belegen. Dies bietet einen erheblichen Mehrwert für Familien oder Gruppen:
– Eine Suite mit Meerblick (für zwei Erwachsene und ein Kleinkind) kostet genauso viel wie ein Alleinreisender.
– Die riesige vierstöckige Funnel Suite (Platz für fünf Erwachsene und ein Kind) folgt der gleichen Pauschalpreislogik.

Analyse des Wertversprechens

Bei der Beurteilung, ob dieses Modell „fair“ ist, ist es wichtig, den Umfang der Operation zu berücksichtigen. Four Seasons Yachts ist kein Massenmarktschiff; Es ist ein äußerst intimes Erlebnis mit nur 95 Unterkünften.

Um das Ausmaß ins rechte Licht zu rücken, vergleichen Sie es mit seinem Hauptkonkurrenten, der Ritz-Carlton Yacht Collection :
– Das Ritz-Carlton-Schiff verfügt über etwa 57 % mehr Zimmer (149 vs. 95).
– Die Einstiegssuiten des Four Seasons sind etwa 58 % größer als die des Ritz-Carlton (473 Quadratfuß gegenüber 300 Quadratfuß).

Da das Schiff deutlich mehr Platz pro Passagier bietet, spiegelt der Grundpreis diese Exklusivität wider. Während erste Gerüchte darauf hindeuteten, dass die Preise 2.500 US-Dollar pro Person und Tag überschreiten würden, sieht die Realität für den Markt der sehr vermögenden Privatpersonen besser aus, da die Reisen bei bestimmten Reiserouten bei etwa 1.900 US-Dollar pro Suite und Nacht beginnen.

Der Kompromiss: Flexibilität vs. Bequemlichkeit

Letztendlich läuft die Debatte auf eine Wahl der Philosophie hinaus: Möchten Sie lieber einen höheren Pauschalpreis zahlen, der alles beinhaltet, oder einen niedrigeren Grundpreis mit der Freiheit, nur für das zu bezahlen, was Sie verbrauchen?

„Der Markt wird entscheiden, ob dieses Modell Sinn macht, aber es wirft eine grundsätzliche Frage auf: Ist All-Inclusive grundsätzlich besser oder ist à la carte ehrlicher?“

Für den Reisenden, der drei schwere Mahlzeiten und mehrere Cocktails am Tag genießt, ist das traditionelle All-Inclusive-Modell besser. Allerdings hindert das À-la-carte-Modell den Four Seasons-Kunden – der vielleicht ein leichtes Frühstück, ein einziges Abendessen und vielleicht ein Glas Wein bevorzugt – daran, den hohen Konsum anderer zu subventionieren.

Fazit

Four Seasons Yachts versucht, die Lücke zwischen luxuriöser Gastfreundschaft und Seereisen zu schließen. Indem das Unternehmen sein Schiff wie ein schwimmendes Boutique-Hotel und nicht wie ein traditionelles Kreuzfahrtschiff behandelt, setzt es darauf, dass seine Zielgruppe Platz, Intimität und Flexibilität höher schätzt als den vorhersehbaren Komfort eines All-Inclusive-Tarifs.