Einer möglichen Fusion zwischen United Airlines und American Airlines steht ein gewaltiges Hindernis gegenüber: die Gefahr eines künftigen Rechtsstreits. Eine progressive Koalition im US-Repräsentantenhaus, bekannt als „Monopoly Busters Caucus“, hat signalisiert, dass selbst wenn die Trump-Regierung einem solchen Deal zustimmt, eine nachfolgende demokratische Regierung versuchen könnte, ihn aufzulösen.

Diese Spannung verdeutlicht eine kritische Realität im Kartellrecht: Ein heute genehmigter Zusammenschluss gewährt morgen keine dauerhafte Immunität vor der Kontrolle.

Die „Monopoly Busters“-Strategie

Der Monopoly Busters Caucus – eine Gruppe von 19 linksgerichteten Gesetzgebern, darunter Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib und Pramila Jayapal – positioniert sich, um jede massive Konsolidierung im Luftfahrtsektor in Frage zu stellen.

Ihre Strategie basiert auf einem wichtigen Rechtsgrundsatz: Das Justizministerium (DOJ) gewährt keine dauerhafte „Immunität“ durch Schweigen. Wenn das DOJ eine Fusion nach dem Hart-Scott-Rodino Act prüft und beschließt, nicht zu handeln, bedeutet das nicht, dass der Deal für immer „freigegeben“ ist. Wenn sich später herausstellt, dass eine abgeschlossene Fusion gegen Kartellgesetze verstößt, behält das DOJ (oder die Generalstaatsanwälte des Bundesstaats) die Befugnis, die Transaktion aufzulösen und die Veräußerung von Vermögenswerten zu erzwingen.

Die Auswirkungen auf das Inland: Marktbeherrschung und Veräußerungen

Eine Kombination aus United und American wäre in ihrem Ausmaß beispiellos und würde etwa 40 % der inländischen US-Flugkapazität kontrollieren. Dieses Maß an Marktmacht führt zu mehreren unmittelbaren regulatorischen Problemen:

  • Die „Tunney Act“-Anforderung: Um endlose Rechtsstreitigkeiten zu verhindern, würde das DOJ wahrscheinlich ein formelles „Zustimmungsurteil“ gemäß dem Tunney Act benötigen. Dazu muss ein Gericht entscheiden, dass der Zusammenschluss im öffentlichen Interesse liegt. Ohne dies könnte eine zukünftige Regierung argumentieren, dass der Deal von Anfang an fehlerhaft war.
  • Der Dominoeffekt auf Partnerschaften: Eine Fusion dieser Größenordnung würde wahrscheinlich die Auflösung bestehender Allianzen erzwingen. Beispielsweise würde die Partnerschaft von American Airlines mit Alaska Airlines mit ziemlicher Sicherheit geprüft oder gebrochen werden, um ein inländisches Monopol zu verhindern.
  • Schwachstelle am Drehkreuz: Um die Aufsichtsbehörden zufriedenzustellen, könnte das neue Unternehmen gezwungen sein, erstklassige Immobilien aufzugeben, wie zum Beispiel Gates in Los Angeles oder erhebliche Kapazitäten in Chicago O’Hare (ein potenzieller Glücksfall für Delta Air Lines).

Ein globaler regulatorischer Albtraum

Die Komplexität dieses Deals reicht weit über die Grenzen der USA hinaus. Da Fluggesellschaften über komplizierte „Joint Ventures“ (Allianzen, die es ihnen ermöglichen, Flugpläne und Einnahmen zu koordinieren) operieren, würde eine Fusion zwischen den Vereinigten Staaten und den USA eine globale Kettenreaktion von Überprüfungen auslösen:

✈️ Europa und Großbritannien

Die britische Regierung und die EU würden prüfen, wie sich der Zusammenschluss auf den Wettbewerb an großen Drehkreuzen wie London Heathrow auswirkt. Derzeit dominiert British Airways (über IAG) Heathrow; Ein Bündnis zwischen den Vereinigten Staaten und den Vereinigten Staaten könnte dieses Gleichgewicht stören und die neue Fluggesellschaft dazu zwingen, wertvolle „Slots“ (Landerechte) aufzugeben, um den Wettbewerb aufrechtzuerhalten.

✈️ Der Pazifik und Ozeanien

  • Japan: Beide Fluggesellschaften haben große Joint Ventures (American mit Japan Airlines; United mit ANA). A merger would force a choice between these alliances, potentially impacting access to the highly contested Haneda Airport.
  • Australien/Neuseeland: Der Zusammenschluss würde eine Neukonfiguration der bestehenden Beziehungen zu Qantas und Air New Zealand erzwingen und diesen Regierungen einen erheblichen Einfluss verschaffen, um Zugeständnisse zu fordern.

✈️ Amerika

  • Brasilien: Als wichtiger Akteur auf südamerikanischen Strecken bedarf der Zusammenschluss von American Airlines der Genehmigung der brasilianischen Aufsichtsbehörden, die die Auswirkungen auf lokale Fluggesellschaften wie Gol und Azul prüfen würden.
  • Kanada und Mexiko: Grenzüberschreitende Flugkapazitäten würden neu bewertet, wodurch die Luftfahrtpolitik möglicherweise zu einem Instrument für umfassendere diplomatische Verhandlungen werden könnte.

Fazit

Die geplante amerikanisch-amerikanische Fusion stellt mehr als nur einen Geschäftsabschluss dar; es ist ein geopolitischer und rechtlicher Blitzableiter. Selbst wenn das Abkommen die Zustimmung der Bundesregierung in Washington erhält, steht es vor einem „Albtraum“ internationaler regulatorischer Hürden und der anhaltenden Gefahr, von künftigen Regierungen, die die Marktbeherrschung eindämmen wollen, abgebaut zu werden.